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Schwingen

Unter den Nationalspielen der Schweiz nimmt das Schwingen einen hervorragenden Platz ein. Vor allem in jüngster Zeit haben Schwingfeste ein Höchstmass an Popularität erreicht. Obwohl in seiner äusseren Form eine moderne Sportart, strahlt das Schwingen etwas aus, das unwillkürlich mit urwüchsiger Hirtenkultur und typischer Schweizerart in Verbindung gebracht wird. Hier haben sich Tradition und Sport in idealer Weise vereinigt, und gerade diese Verbindung ist zukunftsträchtig.

Ausführlichere Informationen zum Schwingen finden Sie unter » www.esv.ch

Weitere Informationen zu den Bündner Kranzschwingern unter den » Schwingerportraits sowie nützliches zum Thema Schwingen im » Download Bereich.


Geschichte

Speziell zur Geschichte unseres Bündner Kantonalen Schwingerverbandes passt nachfolgende Abschrift des Briefes von Philipp Juon an Hansjörg Trachsel, OK-Präsident des Bündner-Glarner Schwingertages 2002 in Celerina

89 Jahre Schwingclub Oberengadin (1913 – 2002)

Die Engadiner waren von Anfang an aktiv dabei im Bündner Kantonalen Schwingerverband, aber kein Wunder sie erlebten oftmals fast Zusammenbrüche im Club wen man so an abgelegenster Gebirgsregion des Kantons Graubünden ist und das Auto erst lange später kam!

Obwohl schon Jahre vorher an verschiedenen Orten in Graubünden Schwinger zu Wettkämpfen auftraten, wurde dann am 12. Mai 1913 im Hotel Splügen, Thusis, der Bündner Kantonale Schwingerverband aus der Taufe gehoben und in den Eidgenössischen Schwingerverband aufgenommen. Rund 20 Männer trafen sich aus Chur, Thusis, Davos und dem Engadin. Neben der Genehmigung der Statuten wurde als erster Präsident der junge Nationalturner und spätere Oberst und Kantonsrichter Christian Gartmann, St. Moritz, gewählt. In unseren beiden Jubiläumsschriften „50 und 75 Jahre Bündner Kantonaler Schwingerverband“ sind viele verschiedene Verläufe aller Clubs sehr gut beschrieben. Man entschloss sich bereits im Gründungsjahr dazu, einen kantonalen Schwingertag durchzuführen. Durch Losentscheid fiel er den Engadinern zu.

OK-Präsident Christian Gartmann führte am 27. Juli 1913 den ersten kantonalen Schwingertag in St. Moritz durch und Festsieger wurde Richard Buchli von Chur. Doch im Jahre 1914 brach der verheerende Weltkrieg aus und die Wehrpflichtigen wurden zu den Waffen gerufen. Somit konnte das begonnene Werk erst im Juli 1917 weitergeführt werden. Im Jahre 1920 gewann der bärenstarke St. Moritzer Enrico Andreossi das Bündner-Glarner Schwingfest in Domat/Ems.
Im Jahre 1923 führte wieder Christian Gartmann den Bündner-Glarner Schwingertag durch. Tagessieger wurde der „Churer-riese“ und Nationalturner Anton Wilhelm.

Im Jahre 1933 gab Oberst Christian Gartmann seinem Sohn, Noldi Gartmann, das Präsidium des Schwingclubs Engadin ab. Wie sein Vater war auch er ein lieber treuer Freund und Förderer des Schwingens und wurde später auch zum Ehrenmitglied des Bündner Kantonalen Schwingerclubs ernannt. Oberst Christian Gartmann wurde diese Ehrung schon im Jahre 1922 verdient erteilt. Noldi Gartmann führte wieder 1938 und 1947 die letzten zwei kantonalen Bündner-Glarner mit supper Organisation in St.Moritz durch. Beide Male konnte der zur Zeit beste Davoser Sennenschwinger, Louis Christoffel, als Sieger ausgerufen werden.
In den Jahren der Aktivdienstzeit 1939/45 durfte der Schreibende mit Präsident Noldi Gartmann (Barba-Noldi, wie er im Oberengadin genannt wurde) vier Mal ein Rangschwingen im Oberengadin organisieren und durchführen. Wir waren von St. Moritz bis S-chanf ca. 15 – 20 Junge für diesen urchigen Sport. Wir trainierten im Freien und im Winter absolvierten wir ein Langlauftraining (Atemtraining).
Alle Schwinger leisteten diese Jahre 100 mehr Diensttage pro Jahr. Für die Rangschwingen würde jeweils in den bestimmten Dörfer alles organisiert und vorbereitet ohne grosse Kosten. Eine gute Festwirtschaft und Ländlermusik gehörte stets dazu. Kurz vor Jagdbeginn im Jahre 1952 führte der starke Metzgerbursche Gusti Crüzer, zur Zeit in Samedan, das letzte Rangschwinget in S-chanf durch. Leider fehlten uns oft genügend fähige Kampfrichter. Allen war der Weg zu weit; schade.


Die Wanderkanne gest. im Jahre 1943, trägt die fünf Namen der Festsieger.

1943 Chamues-ch Grass Konrad, Samedan / Davos
1944 St. Moritz Grass Konrad, Samedan/Davos
1945 Pontresina Kindschi Remy, Davos
1946 S-chanf Juon Ph., z.Zt. Chamues-ch
1952 S-chanf
Crüzer Gusti, z.Zt. Samedan



Vor zwei Jahren bewarben sich doch wieder einmal neue Schwingerfreunde im Engadin für das Bündner-Glarner Kantonale Schwingerfest 2002 in Celerina. Die kantonale Generalversammlung war erfreut, und wurde sofort zugesprochen; also hoffen wir auf Zuwachs der Aktiven im Bündner Kantonalen Schwingerverband mit Engadiner.

Als OK-Präsident wurde der ehemalige Bobspezialist und späterer Bündner Standespräsident 2000 / 01 Hansjörg Trachsel bestimmt; also sind wir für eine ausgezeichnete Festführung gesichert.
Hoffen wir auf gutes Festwetter, flotte Schwingerarbeit am 21. Juli am Bündner-Glarner Schwingertag in Celerina, im schönen Alpenhochtal Oberengadin.

Ich werde am Festtag auf der Bank der Alten die ehemaligen sehr guten Klubkameraden, die zum Teil schon längst nicht mehr unter uns sind, sehr vermissen.
Ph. J.
(Philipp Juon, Flims, Jg. 1920)