Orlik im Unterengadin ungefährdet
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Armon Orlik gewinnt am Samstag mit dem Bündner-Glarner Kantonalfest in Scuol sein zweites Kranzfest 2026. Im Schlussgang bezwingt der Schwingerkönig den Thurgauer Mario Schneider. Das Bündner Team sichert sich sechs Auszeichnungen.

von Patrick Casanova
Die diesjährige Austragung des «Bündner-Glarner» wird vor allem aufgrund des Austragungsortes auf der Motta Naluns in Erinnerung bleiben. Dominierten während des Aufbaus noch tiefe Temperaturen und Schneeregen, wurden die Organisatoren um den Schwingclub Engadin pünktlich auf den Samstag hin mit besten Bedingungen und einer rekordverdächtigen Kulisse von rund 4'000 Zuschauerinnen und Zuschauern für ihren Mut belohnt.
Orlik ab Festbeginn in Front
Nach der krankheitsbedingten Absage des Sargansers Marco Good traten noch vier Eidgenossen zum Wettkampf an, die sich im Anschwingen gleich duellierten. Armon Orlik traf mit Domenic Schneider auf den nominell stärksten Herausforderer im 123-köpfigen Teilnehmerfeld. Anders als noch beim «Thurgauer» in Sirnach anfangs Mai, als die Paarung ohne Sieger endete, entschied Orlik das zweite Saisonduell nach kurzer Dauer für sich. In der Folge gewann Orlik am Morgen auch seine nächsten Gänge gegen die Teilverbandskranzer Patrik Feldmann, Michael Bernold und Janos Bachmann und führte so das Klassement nach vier Gängen mit 0,75 Punkten Vorsprung auf seine nächsten Verfolger an.
Christian Biäsch, der in Scuol sein erstes Kranzfest als Eidgenosse bestritt, stellte in der zweiten Eidgenossen-Paarung des Anschwingens mit dem Glarner Roger Rychen. Dank drei nachfolgenden Siegen blieb der Davoser in der Folge ebenso in Tuchfühlung zur Spitze wie diverse seiner Kameraden aus dem 38 Schwinger umfassenden Bündner Team.
Orlik neu Co-Rekordsieger des «Bündner-Glarner»
Nach der Pause traf Orlik im fünften Gang auf den St. Galler Defensivkünstler Andy Signer. Die animierte Paarung endete ohne Sieger, der Schwingerkönig verteidigte mit dem Remis aber die Leaderpositition und stand sicher in der Endausmarchung. Einen Viertelpunkt dahinter folgte mit den Brüdern Domenic und Mario Schneider sowie dem Untervazer Niklas Lötscher ein punktgleiches Trio, aus dem die Einteilung aufgrund des Notenblatts Mario Schneider als Schlussgangteilnehmer bestimmte. Dieser musste sich Orlik in der finalen Begegnung nach einer Minute geschlagen geben. Der mit seiner Leistung zufriedene Maienfelder feierte so den 28. Kranzfestsieg der Karriere. Mit dem sechsten Sieg am «Bündner-Glarner» schliesst Orlik auch zum bisherigen Rekordhalter Christian Plattner auf, der Untervazer gewann den Anlass zwischen 1954 und 1970 ebenso sechsmal.
Fünf weitere Bündner Kränze
Mit fünf weiteren Kranzgewinnen darf sich die Bilanz des Bündner Teams im Unterengadin sehen lassen. Biäsch beendete das Fest ungeschlagen auf Platz 3, der Zilliser Josias Müller gewann auf Platz 5 bereits die dritte Auszeichnung 2026. Zum zweiten Mal in der laufenden Saison vor die Ehrendamen treten durften dank Rang 6 auch der junge Tenner Nando Joos sowie der lange an der Spitze mitschwingende Lötscher. Ebenso auf Rang 6 sicherte sich auch der Emser Routinier Marc Jörger sein erstes Eichenlaub in diesem Jahr.
