Orlik in Scuol favorisiert
- 10. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Zum Bündner-Glarner Kantonalschwingfest auf Motta Naluns treten fünf Eidgenossen an. Armon Orlik winkt der sechste Sieg, das Bündner Team blickt dem Heimfest auch dank Rückkehrer Biäsch zuversichtlich entgegen.

von Patrick Casanova
Noch nie in der 113-jährigen Geschichte des Kantonalen Schwingerverbandes wurde das «Bündner-Glarner» im Unterengadin ausgetragen. Diesen Samstag kommt es in Scuol zur Premiere. Mit der Wahl des Festplatzes auf 2'150 m ü. M. im Skigebiet Motta Naluns setzt das OK um den Schwingclub Engadin gleich noch einen Akzent, fand doch schweizweit noch nie ein Kranzfest in dieser Höhenlage statt.
Aus den seit anfangs Mai vier ausgetragenen Kantonalfesten in der Nordostschweiz gingen vier verschiedene Sieger hervor. Armon Orlik gewann das «Glarner-Bündner», am «Thurgauer» und «St. Galler» belegte er ungeschlagen die Ränge 2 und 3. In Abwesenheit der grössten Konkurrenten im eigenen Teilverband strebt der Maienfelder in Scuol seinen sechsten Sieg am «Bündner-Glarner» an.
Konkurrenz aus der ganzen Ostschweiz
Auf dem Papier prominentester Herausforderer ist Domenic Schneider. Nach etwas verhaltenem Saisonstart stand der vierfache Eidgenosse Mitte Mai im Schlussgang des Zürcher Kantonalfests. Derzeit steht Schneider bei 96 Kranzgewinnen, noch diese Saison möchte er die 100er-Schwelle erreichen. Ebenfalls Teil der kleinen Thurgauer Delegation ist sein Bruder Mario Schneider.
Das breit aufgestellte St. Galler Team wird vom Sarganser Eidgenossen Marco Good sowie vom Wittenbacher Mittelschwinger Andy Signer angeführt, bekannteste Namen der Appenzeller Delegation sind die Routiniers Thomas Kuster und Roman Wittenwiler. Die Zürcher Hoffnungen auf eine Spitzenklassierung in der Engadiner Bergluft liegen etwa auf den Schultern von Janos Bachmann – der Winterthurer gewann diese Saison neben drei Kränzen auch bereits drei Regionalfeste. Ergänzt wird das rund 125-köpfige Teilnehmerfeld durch eine Handvoll Schaffhauser.
Biäsch rechtzeitig zurück
Das Bündner Aufgebot umfasst beim Heimfest etwa 35 Namen. Dem Davoser Neueidgenossen Christian Biäsch, wichtige Teamstütze und im letzten Jahr in Domat/Ems «BüGla»-Schlussgangteilnehmer, glückte mit dem Festsieg am Herisauer Obedschwinget letzten Samstag das Comeback nach mehrmonatiger Zwangspause. Ein Wort an der Spitze mitreden könnte auch Josias Müller. Der schwer zu bezwingende Zilliser startete mit zwei souveränen Kranzgewinnen gut in die Saison. Für weitere Bündner geht es darum, die Leistungen des Frühlings zu bestätigen oder vielleicht gar das erste Eichenlaub ins Auge zu fassen. Besonders motiviert dürften vor Heimpublikum die vier jungen Schwinger aus dem Engadin sein.
Tschudi bei Glarnern im Fokus
Auf den Schwingern aus dem Lande Fridolins liegt an einem «Bündner-Glarner» ebenfalls ein Augenmerk. Für Aufsehen im Nachbarkanton sorgt derzeit vor allem Sales Tschudi. Der erst 17-Jährige knüpft an seine starken Leistungen des Vorjahres an und stand vor zwei Wochen am «Glarner-Bündner» erstmals in einem Schlussgang. Mit seiner Unbekümmertheit könnte der Matter auch in Scuol einige gestandene Gegner in Schwierigkeiten bringen. Sekundiert wird Tschudi von Teilverbandskranzer Patrik Feldmann sowie vom langjährigen Glarner Aushängeschild Roger Rychen.
Buebeschwinget am Sonntag
Das Anschwingen der Aktiven auf Motta Naluns ist am Samstag auf 8 Uhr angesetzt, der Schlussgang wird gegen 17 Uhr erwartet. Am Sonntag treten ab 09:30 Uhr gleichenorts rund 100 Nachwuchsschwinger zum Engadiner Buebeschwinget an.
