Staudenmann siegt auf der Schwägalp, Kränze für Orlik und Müller
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Mit Fabian Staudenmann gewinnt einer der Favoriten den Schwägalp-Schwinget. Den Nordostschweizern bleiben bei der Berner Machtdemonstration nur vier Kränze – dank Armon Orlik und Josias Müller holen sich die Bündner zwei davon.

von Patrick Casanova
Bevor die Schwingsaison mit dem Kilchberger-Schwinget bald ihren Höhepunkt erreicht, kam es am Sonntag auf der Schwägalp zum letzten Kranzfest 2026. Nach einigen Absagen – allen voran des siebenfachen Schwägalp-Siegers Samuel Giger – zierten noch 18 Eidgenossen die 90-köpfige Startliste. Gegen die fast komplette Berner Elite kündigte sich für die Nordostschweizer Spitze ein Härtetest an, während den Gästen aus der Romandie die Aussenseiterrolle zukam.
Frühe Berner Dominanz
Schwingerkönig Armon Orlik traf zu Beginn auf den Mittelländer Adrian Walther. Die sechste Direktbegegnung dauerte nur eine halbe Minute, ehe Walther im Sägemehl lag. Orlik war im ersten Gang der einzige siegreiche NOS-Eidgenosse, bereits der Start verlief für die Gastgeber zäh. Damian Ott stellte mit dem Emmentaler Michael Moser, während Werner Schlegel Saisondominator Fabian Staudenmann unterlag.
Im zweiten Gang hielten sich die Favoriten schadlos, Orlik bezwang den Simmentaler Patrick Gobeli. «Ich fühlte mich schon beim Einwärmen gut, die Vorbereitung in den letzten Tagen verlief optimal», meinte Orlik gegenüber SRF. Die grosse Kulisse – am Fusse des Säntis wurden im Laufe des Tages 13’100 Zuschauerinnen und Zuschauer gezählt – gebe schon Motivation.
Im dritten Gang liess der Schwingerkönig erstmals Federn, gegen den gut verteidigenden Emmentaler Dominik Gasser fand Orlik kein Rezept. Mit einer «Neun» hielt er sich aber in der erweiterten Spitzengruppe. Vorne dominierten die Berner das Geschehen, neben Staudenmann wiesen mit Michael Ledergerber sowie dem Emmentaler Nichteidgenossen Lars Zaugg zwei weitere Berner drei Siege zur Halbzeit auf.
Orlik verpasst Schlussgang, Staudenmann souverän
Nach der Pause setzte Staudenmann seinen Siegeszug gegen Bernhard Kämpf fort, Orlik bezwang den Seeländer Remo Rutsch in den letzten Sekunden. Ott und Schlegel erlitten weitere Punktverluste, sodass Orlik als letzte Ostschweizer Hoffnung inmitten der erdrückenden Berner Phalanx übrigblieb.
In einem der Duelle um den Schlussgangeinzug stellte Orlik mit Moser. Da zuvor der Berner Überraschungsmann Zaugg gegen Ott die Maximalnote holte, hätte Orlik aber auch ein Sieg nicht mehr gereicht. Nach einem abschliessenden Sieg gegen Silvan Trittibach beendete der Maienfelder das Fest auf Rang 4 und dem Gewinn seiner sechsten Schwägalp-Auszeichnung.
Im Schlussgang unterlag Zaugg dem ganztags souveränen Staudenmann nach zehn Sekunden. Der Mittelländer feierte nach 2024 seinen zweiten Schwägalp-Sieg und den bereits sechsten Kranzfest-Erfolg 2026. Das Berner Team sicherte sich neun von 16 Kränzen, die Romands immerhin drei.
Erster Bergkranz für Müller
Für die Nordostschweiz blieben so nur vier Auszeichnungen, wobei mit Josias Müller auf Rang 5 ein zweiter Bündner vor die Ehrendamen treten durfte. Der Zilliser gewann drei seiner ersten fünf Gänge. Im entscheidenden Duell um seinen ersten Bergkranz bezwang der Zilliser den Berner Nicolas Zimmermann. Der 20-Jährige erfüllte sich damit ein grosses Saisonziel. «Letzten Sonntag, als ich in Schaffhausen Eichenlaub knapp verpasste, war die Enttäuschung schon gross», so Müller. «Umso schöner, hat es nun heute funktioniert.»
Nicht in die Kranz-Entscheidungen eingreifen konnten mit je einem Sieg der Untervazer Niklas Lötscher und der Tenner Schwägalp-Debütant Nando Joos, sie belegten punktgleich Rang 19. Für den St. Antönier Marco Flütsch war das Fest nach vier Gängen zu Ende.
