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Staudenmann siegt im Wankdorf, Orlik verpasst Kranz

  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Fabian Staudenmann heisst der Sieger des Berner Kantonalfests. Im Schlussgang reicht dem Mittelländer ein Remis gegen den Toggenburger Werner Schlegel. Für das Bündner Duo Armon Orlik und Josias Müller verlief das Fest enttäuschend.


Schwingerkönig Armon Orlik verpasst im Wankdorf die Kranzränge.  Foto: Claudia Schweizer
Schwingerkönig Armon Orlik verpasst im Wankdorf die Kranzränge. Foto: Claudia Schweizer

von Patrick Casanova


Drei verlorene Gänge, kein Kranz – an einem denkwürdigen Fest zog Schwingerkönig Armon Orlik am Sonntag überraschend eine deutliche Niederlage ein.


Die Bühne war gross: Aus Anlass seines 125. Geburtstags richtete der Bernische Schwingerverband sein Kantonalfest im Wankdorf aus. Über 27’000 Zuschauerinnen und Zuschauer sorgten im Heimstadion der Berner Young Boys für eine stimmungsvolle Kulisse.


Wie bei einem Jubiläumsanlass üblich, durften je drei Gästeschwinger aus den anderen Teilverbänden antreten. Aufgrund einer unglücklichen Terminkollision mit ihrem eigenen Fest verzichteten die Innerschweizer allerdings auf ihr Startrecht. Mit dem Ostschweizer Duo Orlik und Werner Schlegel, den beiden derzeit stärksten Romands Romain Collaud und Lario Kramer sowie dem Nordwestschweizer Sinisha Lüscher kündigte sich für die breite Berner Spitze gleichwohl Konkurrenz auf höchstem Niveau an.


Zwei Niederlagen am Morgen

Orlik bezeichnete den Härtetest im Vorfeld früh als einen der Höhepunkte in seiner Planung. Im Anschwingen traf der Schwingerkönig auf Titelverteidiger Michael Moser, wie Orlik zweifacher Kranzfestsieger in diesem Jahr. Der Maienfelder ging das Duell offensiv an, am Ende lag er nach einer sehenswerten Kombination aber zum ersten Mal seit dem Gewinn des Königstitels im Sägemehl. Mit Ausnahme des NOS-Siegers Werner Schlegel, der zu Beginn Schwarzsee-Sieger Adrian Walther bodigte, hatten auch die anderen Gäste von Beginn an einen schweren Stand.


Orlik besiegte in der Folge nach langem Widerstand den Oberaargauer Daniel Tschumi. «Das war die erwartet schwierige Aufgabe», meinte der 31-Jährige dazu. Sensationell unterlag Orlik danach dem Mittelländer Kranzer David Lüthi. Eine Spitzenrangierung lag nun schon ausser Reichweite.

Schlegel hielt sich dank zwei weiteren Siegen als einziger Gast bis zum Mittag in der breiten Spitzengruppe.


Gefasster Schwingerkönig, Remis im Schlussgang

Nach einem Sieg gegen Christian Hadorn verlor Orlik im fünften Gang gegen David Scheuner zum dritten Mal. Damit war vor dem abschliessenden Sieg gegen Sämi Gerber klar, dass das Aushängeschild des Schwingclubs Unterlandquart erstmals seit zehn (!) Jahren ein Kranzfest ohne Auszeichnung beendet.


«Heute war nicht mein Tag», so Orlik selbstkritisch. Dabei habe er sich sehr auf das Fest gefreut. An Spannung habe es in den Gängen nicht gefehlt, einzelne kleine Fehler hätten die Gegner aber bestraft. «Niederlagen gehören zum Sport», so der König. Ab sofort gelte sein Fokus dem nächsten Fest.


Schlegel besiegte am Nachmittag zuerst Moser und stand nach einem fünften Erfolg gegen Matthias Aeschbacher mit starkem Notenblatt im Schlussgang. In diesem traf er auf Fabian Staudenmann, der nach einem Auftaktsieg gegen Sinisha Lüscher auch alle weiteren Gänge gewann und einen halben Punkt Vorsprung aufwies. Staudenmann verteidigte den Vorsprung über zwölf Minuten, das Remis reichte ihm zum dritten Sieg am «Berner». Neben Schlegel auf Rang 2 holte von den Gästen einzig noch der Baselbieter Lars Voggensperger einen Kranz.


Müller zahlt Lehrgeld

Mit Josias Müller war ein zweiter Bündner am Start. Der vierfache Saisonkranzer unterlag zum Auftakt rasch dem Seeländer Eidgenossen Matthieu Burger. Nach zwei Remis sowie einer weiteren Niederlage war das erste auswärtige Teilverbandsfest für den Zilliser frühzeitig vorbei. «Es war cool, in diesem Stadion zu schwingen», meinte Müller. Man merke aber schon, dass man als Gast anders angefasst werde. An den kommenden Bergfesten wolle er nun wieder offensiver schwingen.






 
 
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